Nordschleswigscher Ruder-Verband

NRV Aktuell

21.08.2018 13:00 Uhr
Barkenwanderfahrt auf Fulda, Weser und Mittellandkanal

Neun Tage waren Ruderer des Deutschen Rudervereins Hadersleben auf Fulda, Weser und Mittellandkanal in einer Barke unterwegs. Eingeladen hatte der Wandsbeker Ruderverein aus Hamburg zu einer Gemeinschaftswanderfahrt, mit dabei waren auch einige Teilnehmer vom Alster Ruderverein Hanseat und von Haderslev Roklub. 

 

Unser Fahrtenleiter Klaus Henning aus Hamburg hatte eine Barke gemietet, die uns nach Bonafort an der Fulda gebracht wurde. Auf einer Barke können acht Ruderer/ Ruderinnen rudern und auf dem Steuermannsplatz finden ein Steuermann und zwei „Steuerberater“ Platz. Insgesamt wurden 220 km gerudert, die Etappen waren nicht zu lang, denn es sollte auch noch Zeit für Kultur sein, so wurde Kloster Bursfelde und Kloster Corvey besichtigt, es fanden Stadtführungen in Han. Münden und Rinteln statt, es war Zeit sich gründlich in der Rattenfängerstadt Hameln und in der Münchhausenstadt Bodenwerder umzusehen, auch das Kaiser- Wilhelm-I-Denkmal auf der Porta Westfalica wurde angeschaut, sowie die großen Schleusenanlagen des Wasserkreuzes in Minden, wo der Mittellandkanal die Weser überquert.

 

Nachdem wir hier wochenlang fast keinen Regen hatten, gab es am ersten Tag vier Stunden Dauerregen, für uns ganz ungewohnt. Alle waren klitschnass, aber in unserer Pension hatte der Vermieter Wäschekörbe für das nasse Zeug bereit gestellt, das dann in den Trockner kam und am nächsten Morgen war alles Ruderzeug wieder trocken. Und dann wurde es heiß, Sonne den ganzen Tag, auf dem Wasser waren es manchmal über 30 Grad und kein Schatten, aber alle Teilnehmer haben die Fahrt gut überstanden - auch die beiden ältesten mit 84 und 83 Jahren.

 

Ein Höhepunkt auf unserer Fahrt war, dass unser Fahrtenleiter beim Weserkilometer 114 die Bedingungen für den Äquatorpreis erfüllt hatte. Dazu muss man 40077 km - also einmal um die Erde - gerudert sein. Dieser Preis wird vom Deutschen Ruderverband verliehen. Einige Ruderer brauchen ihr ganzes Leben dafür, andere haben ihn schon dreimal verliehen bekommen. Klaus-Henning musste die Barke die letzten 100 m allein rudern, dann war es geschafft, wir ließen ihn hochleben und zum Dank gab es ein Glas Sekt. Übrigens haben im DRH auch schon zwei Mitglieder den Äquatorpreis verliehen bekommen und sind dicht davor, den zweiten zu bekommen.

 

In Minden ließen wir uns durch zwei Schleusen auf den Mittellandkanal hochschleusen und ruderten hier ein Stück. Für die Großschifffahrt, die von Bremen die Weser aufwärts fährt und dann weiter auf dem Mittellandkanal bis Magdeburg oder weiter nach Berlin oder zur Oder, hat man eine neue Schleuse gebaut, die aber leider von Ruderbooten nicht benutzt werden kann, aber auch für den Ausflugsverkehr auf der Weser eine große Attraktion darstellt. Nachdem wir die Weser überquert, noch ein Stück auf dem Kanal gerudert und uns im Infocenter schlau gemacht hatten, ging es zurück auf die Weser und nach wenigen Kilometern hatten wir unser Endziel Petershagen erreicht. Auf den letzten Kilometern gab es dann viel Schiffsverkehr, nachdem wir die Tage vorher nur einige Ausflugsschiffe und manchmal kleine Motorboote getroffen hatten, oftmals aber den halben Tag lang keinem anderen Schiff begegnet waren.

 

In Petershagen erwartete uns schon unser Ruderkamerad aus Hann. Münden um die Barke wieder abzuholen, aber vorher war noch klar Schiff angesagt. In einem nahen Biergarten wurde noch mal Rast eingelegt und Angelika Feigel dankte im Namen aller Teilnehmer unserem Fahrtenleiter mit einem kleinen Geschenk für eine gut organisierte und wohlgelungene Fahrt und sprach den Wunsch aus, er möge doch im nächsten Jahr eine Fahrt auf einem anderen Fluss durchführen. In Minden gab es dann noch ein gemeinsames Mittagessen - auch in einem Biergarten, wo uns aber ein heftiges Gewitter mit starken Regenschauern nach drinnen vertrieb. So endete der letzte Tag wie auch der erste Tag der Fahrt mit viel Regen.

 

(Text: Dieter Hallmann, Bilder: Die Barkenmannschaft)

 

Auch der Nordschleswiger druckte den Bericht von Dieter - nachzulesen hier in unserer Presseschau.