Nordschleswigscher Ruder-Verband

NRV Aktuell

04.11.2020
Regatten im Dreierpack

Nachdem für den Nordschleswigschen Ruder-Verband im Frühjahr und Sommer 2020 quasi das gesamte Wettkampfprogramm ausgefallen war, ergaben sich im Herbst noch einige Möglichkeiten, sich mit der Konkurrenz zu messen.

 

Die Regatta in Holstebro Anfang August sollte die einzigste Regatta in Dänemark bleiben, aber der Ruderverband Schleswig-Holstein schaffte es zusammen mit der Friedrichstädter Rudergesellschaft und dem Ratzeburger Ruderclub wenigstens ein bißchen Regattafeeling aufkommen zu lassen. Die Vorgaben der Behörden in Bezug auf Abstand und Hygiene waren hoch, aber beide Organisationsteams meisterten das mit Bravour, so daß einem Regattabesuch nichts mehr im Wege stand.

 

Am 27.September fuhr eine kleine Delegation vom NRV nach Friedrichstadt. Vom DRH waren Max-Pepe Schulze und Jeppe Abrahamsen mit dabei. Für beide Jungs war es die erste Regatta in schmalen Booten. Ein wenig Erfahrung aus der NRV Schulregatta brachten sie schon mit, mußten aber feststellen, daß außerhalb von Nordschleswig die Trauben ein wenig höher hängen. Max-Pepe belegte im Einer den dritten Platz und im Doppelzweier schrammten beide um Haaresbreite am Sieg vorbei, was ihnen den Respekt der Gegner einbrachte. Die beiden Jungs sind motiviert und haben sich bereits zum Wintertraining beim Ruderlehrer angemeldet. Bei den Senioren nutzte Søren Brag die Semesterferien und stattete der Heimat einen Besuch ab und meldete sich für den Einer und Mixed-Doppelzweier an. Im Einer war er siegreich und steuerte einen von drei Siegen an diesem Tag für den NRV bei.

 

Die weiteren Starter für den NRV kamen aus den Reihen der Masters. In verschiedenen Bootsklassen gingen Susanne Klages (Germania Sonderburg), Gerd Larsen, Kim Schauer-Boysen (beide vom ARV), Fleming Mathiesen (RV Hoyer), Palle Adelhard sowie der Ruderlehrer selbst an den Start. Claudia Horst und Arne Ingmar Johannsen (beide von Germania, starteten aber für den Ruderklub Flensburg) komplettierten das Team. Neben dem Sieg im Einer für Søren Brag gewannen noch Palle Adelhard im Masters Männer-Einer sowie Arne und MOK im Riemenzweier, die sich in Ermangelung von adäquater Konkurrenz den Teams im Doppelzweier entgegenstellten. Zu aller Überraschung waren sie vor den Skullbooten im Ziel. 

 

Eine Woche später hatte der Ratzeburger Ruderclub eine Kinderregatta organisiert. Hier ging der NRV mit nur einem Starter ins Rennen. Max-Pepe nutzte die Erfahrungen der Vorwoche und steigerte sich in seinen Rennen gegen die Konkurrenz, die hier deutlich stärker war als in Friedrichstadt. Mit zwei dritten Plätzen in Abteilungen von fünf bzw. sechs Startern belegte Max Pepe gute Plätze im Mittelfeld. Der Ruderlehrer war zufrieden, stimmen diese Leistungen doch hoffnungsvoll für die rennruderische Zukunft.

 

Team BerlinAm Wochenende des 10.Oktober machte sich dann eine fünfköpfige Masters-Truppe auf den Weg nach Berlin, um an der traditionellen Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ teilzunehmen. Durch das Abstands- und Hygienekonzept auf dem Sattelplatz ging alles ganz geschmeidig über die Bühne. Es gab kein Gedränge am Anleger und auch die Starter schickten die Mannschaften ganz souverän bei der Charlottenburger Schleuse auf die Strecke. Im Boot des NRV saßen im Bug Susanne Klages (Germania Sonderburg), Eva Weitling, Fleming Mathiesen (beide RV Hoyer) und auf dem Schlagplatz Kim Schauer-Boysen. Der Steuermannssitz wurde vom Ruderlehrer besetzt. Es ging über malerische 7 Kilometer durch des Herz von Berlin. Die Ziellinie war direkt neben dem Zentrum der Macht beim Bundeskanzleramt. Der Präsident des Landesruderverbandes Berlin höchstpersönlich nahm die Mannschaften am Anleger in Empfang und verwies noch einmal auf die geltenden Spielregeln bzgl. Abstand und Hygiene. Dann stand dem Abriggern und Verladen des Bootes nichts mehr im Wege. Abends wurde bei den Ruderfreunden vom Märkischen Wassersport gegrillt. Wir hatten das Bootshaus das gesamte Wochenende für uns. Der Sonntag wurde dann noch für eine Ausfahrt über die Berliner Seen im Norden genutzt. Danach ging es wieder zurück nach Nordschleswig.

 

 

Alles in Allem war das noch ein versöhnlicher Abschluß eines Jahres voll von Absagen und Improvisationen. Die ausgefallenen Regatten wurden ja über den Sommer hinweg durch eine Reihe von Mini-Lagern ersetzt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Da wird man sich sicherlich Gedanken über eine Fortsetzung machen.

 

Text: Marc-Oliver Klages (Ruderlehrer im Nordschleswigschen Ruder-Verband), Fotos: privat